Cannabis
Anbau

Vom Setzling bis zum Arzneiprodukt

Anbau & Weiterverarbeitung von Medizinischem Cannabis

Der Anbau von Cannabis kann im Freien, im Gewächshaus oder in kontrollierten Innenanlagen erfolgen. Die chemische Zusammensetzung von Cannabis variiert in Abhängigkeit von Genetik und Umgebungsbedingungen während des Anbaus deutlich.

Daher bringen Freilandanbau und Anbau im Gewächshaus das Problem chargenübergreifender Wirkstoffvarianz sowie erhöhter mikrobiologischer Belastung mit sich. Der Innenanbau erlaubt die Kontrolle sämtlicher wachstumsbestimmender Parameter wie Beleuchtungsdauer und -intensität, Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Nährstoffversorgung sowie die Möglichkeit der Reinhaltung durch Luftfilter, Überdruck- und Schleusensysteme. Entsprechend sind Innenplantagen die einzige Möglichkeit, Cannabis in reproduzierbarer pharmazeutischer Qualität mit gleichbleibender chemischer Zusammensetzung herzustellen, und deshalb innerhalb Deutschlands die einzige zugelassene Anbaumethode für medizinisches Cannabis.

Ein weiterer qualitätsbestimmender Faktor ist die Methode der Pflanzenvermehrung. Die Zucht aus Samen wird nicht eingesetzt, da die Varianz zwischen den Pflanzen in der Regel zu groß wäre. Für eine kontrollierte Klonierung von C. sativa im Rahmen des medizinischen Anbaus gibt es zwei Optionen: vegetative Vermehrung über Stecklinge oder über Zellkultur aus Meristemzellen (vergleichbar mit tierischen Stammzellen) einer Mutterpflanze. Bei der Stecklingsver mehrung kann es unter anderem durch wiederholtes Schneiden der Mutterpflanzen zu einem Vireneintrag kommen, weshalb diese Art der Vermehrung suboptimal ist. Die Zellkulturvermehrung bietet durch sterile Arbeitsbedingungen die besten Voraussetzungen für keimarme Cannabispflanzen und letztlich -blüten.

Der Anbau von medizinischem Cannabis unterliegt den Vorgaben der „Guten Anbau- und Sammelpraxis“ (GACP – Good Agricultural And Collection Practice). Diese Vorgaben gewährleisten eine hohe und gleichbleibende Qualität bei der Kultivierung von pflanzlichen Ausgangsstoffen, die zur Herstellung pflanzlicher Arzneimittel weiterverwendet werden. Durch die GACP-Richtlinien werden zu verwendende Ressourcen (z. B. Personal, Ausrüstung, Saatgut) definiert und eingesetzte Methoden (z. B. Pflanzenschutz, Erntezeitpunkt) dokumentiert, sodass die Rückverfolgbarkeit des Anbaus sichergestellt ist.

Bei medizinischem Cannabis fallen die Schritte nach der Ernte, vom Trimmprozess über die Trocknung und Verpackung bis hin zur Lagerung, unter die „Gute Herstellungspraxis“ (GMP – Good Manufacturing Practice).

Bei DEMECAN erfolgt der komplette Anbau von medizinischem Cannabis – von der Zellkultur bis zur Blüte – unter kontrollierten Bedingungen in geschlossenen Reinräumen. Dies verhindert eine Kontamination durch Schädlinge oder Schimmelsporen. Durch die Verwendung von aufgereinigtem und filtriertem Gießwasser und dem Einsatz kontrollierter Düngemittel wird eine Belastung durch Schadstoffe wie Schwermetalle ausgeschlossen. Der Einsatz von künstlichem Tageslicht und enger Kontrolle der Umweltparameter Temperatur, Feuchtigkeit und CO2-Konzentration gewährleistet die Produktion von Blüten mit homogenem Wirkstoffgehalt. Eine aufwendige maschinelle Schnelltrocknung mit präziser Luftführung verhindert mikrobiologische Belastungen.

Dieses Anbaukonzept ermöglicht DEMECAN die kontinuierliche, jahreszeitunabhängige Produktion von einwandfreiem medizinischem Cannabis für eine bestmögliche Versorgung der Patient*innen.

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